… es ist eine besondere Art Golfer:
Langsam bekannt unter dem nicht
ganz wissenschaftlichen Namen
«Homo-sapiens-golfius-dropicus»!
Man erkennt ihn am suchenden Blick, schlurfenden Gang, deutlich
gebeugten Haltung und dem gestreckten Arm!
Zudem fällt auf, dass er alles weiss, was er darf und nichts, was
muss.
Er besitzt ein profundes Wissen in Sachen «Spiel-Erleichterung»
und nützt sie, als ob es das Wichtigste am Golfspiel wäre.
Es war ein besonderer Menschenfreund, der mich einer Partie mit
einem «Dropicus» zuteilte. Ich fragte den Starter, ob er den Herrn
kenne, der mit mir spielen sollte. Hätte besser nicht gefragt! Seine
entgleisten Gesichtszüge – von blöd-lächelnd (aber wissend) bis
krampfhaft schmerzverzerrt und bedauernd, sagten mir alles…
Also gut: Machen – tun!
Dann kam er! Hoch erhobenen Hauptes und spitzer Nase steuerte
er frontal auf mich zu. Nein – er war nicht hochnäsig – es war eine
Notwendigkeit! Schliesslich war er gut eineinhalb Köpfe kleiner
als ich! Aber er war dünn (nicht der Kopf) der Mensch.
Die Begrüssung: Kurz und bündig. Er zischte seinen Namen, und«Preussen’s Gloria» stand vor meinem geistigen Auge!
Meine Heiterkeit wich – er war mir auf Anhieb von Herzen unsympathisch!
Dann ging’s aber los…
«Mein Ball liegt in einer Laufspur – ich darf straflos dropen!»
Er gesagt – er getan. Das Nächste war ein Maulwurfhügel oder
Wurmauswurf, der ihn veranlasste sich nach dem Ball zu bücken,
dann «die Laufspur eines Erdgänge grabendes Tieres»…
Eine Wagenspur wurde auch noch bemüht und so weiter und sofort.
Ich brachte also all mein Verständnis dafür auf, dass es halt Zeit
braucht, wenn man sich über den Platz dropen muss!
6-Stunden und die Erlösung in Gestalt der Clubhaus-Silhouette
kam in mein Blickfeld.
«Land in Sicht!» – hätte ich am Liebsten geschrieen! Ich hab’s
gelassen!
Ich wollte es nicht glauben, nun habe ich es am eigenen Leibe
erfahren: Der «Homo-sapiens-golfius-dropicus» lebt! Er kennt
alle Erleichterungen und weiss nichts über Golf…
Drop-Depp – Du…
Viel Freude beim Lesen
Ihr Urs H. Dillier